Küchenpflanzen

Sieben Pflanzen für eine Küche, die atmet

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Meine Küche riecht nach Basilikum, noch bevor ich den Herd anmache. Das liegt daran, dass ich gefühlt täglich etwas mit Tomaten esse – für mich gehören beide einfach zusammen. Zusätzlich brauche ich immer Rosmarin und Thymian für Gerichte mit Kartoffeln und Fleisch, denn ich liebe den Geruch dieser Kräuter. Aus diesem Grund kaufe ich als Erstes immer Küchenpflanzen.

Sie sind für mich mehr als nur Dekoration. Sie machen die Küche zu dem, was sie sein sollte: ein lebendiger Ort, an dem man mit allen Sinnen kocht, riecht und schmeckt. Ein Raum, der atmet. Und das mit erstaunlich wenig Aufwand, denn die meisten Pflanzen, die in der Küche wirklich funktionieren, sind robust genug, um Dampf, Temperaturschwankungen und gelegentliches Vergessen zu verzeihen.

In diesem Beitrag stelle ich dir sieben Küchenpflanzen vor, die ich aus eigener Erfahrung empfehlen kann – und ich zeige dir, wo sie in der Küche ihren Platz finden. Wenn du die Küche als Gesamtraum gestalten willst, findest du im Beitrag zum Thema Küche gestalten den größeren Rahmen.

 

Was Küchenpflanzen verändern

Eine Küche ohne Pflanzen ist durchaus möglich. Eine Küche mit Pflanzen fühlt sich jedoch anders an. Das liegt nicht nur daran, dass die Farbe Grün beruhigt – dafür gibt es genügend Studien –, sondern auch daran, dass Pflanzen einen Raum von einem funktionalen Ort in einen sinnlichen verwandeln.

Kräuter bringen Duft. Grünpflanzen bringen Bewegung – eine rankende Efeutute, deren Blätter im Luftzug leicht schwingen, verleiht einem starren Regal Leben. Und alle Pflanzen bringen Feuchtigkeit in den Raum und reinigen die Luft. Das ist besonders in der Küche spürbar, wo Dampf, Gerüche und Fettpartikel zum Alltag gehören.

Am meisten überzeugt hat mich jedoch, dass Pflanzen entschleunigen. Wenn ich morgens die Kräutertöpfe gieße, ein gelbes Blatt abzupfe und kurz prüfe, ob der Rosmarin Sonne bekommt, ist das ein kleines Ritual, das mich in den Tag bringt – noch bevor der Kaffee fertig ist.

 

Sieben Küchenpflanzen, die wirklich funktionieren

Es gibt endlose Listen mit Pflanzen für die Küche. Ich habe mich auf sieben beschränkt. Weil diese sieben Pflanzen in einer normalen Küche mit normalen Lichtverhältnissen tatsächlich überleben und den Raum verändern.

Kräuter: Basilikum, Rosmarin, Thymian

Die naheliegendste Wahl ist auch die beste. Kräuter gehören in die Küche, weil man sie dort direkt verwenden kann. Man zupft einfach ein Blatt ab und gibt es ins Essen. Basilikum braucht viel Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit, während Rosmarin und Thymian genau das Gegenteil bevorzugen: Sie wollen Sonne, aber wenig Wasser. Stelle das Basilikum näher ans Fenster und gieße es regelmäßig. Rosmarin und Thymian dürfen auch auf einem sonnigen Regal stehen und vertragen trockene Phasen. Allein der Duft verändert den Raum.

Offenes Küchenregal mit Küchenpflanzen in Tontöpfen zwischen Geschirr und Gewürzgläsern - mit KI visualisiert.
Offenes Küchenregal mit Küchenpflanzen in Tontöpfen zwischen Geschirr und Gewürzgläsern – mit KI visualisiert.

Efeutute

Die Efeutute ist die perfekte Pflanze, um aus einem Regal ein echtes Highlight zu machen. Ihre herzförmigen Blätter ranken nach unten. Wenn du sie auf ein offenes Küchenregal stellst, ranken sie sich zwischen Tassen und Gläsern, als wären sie schon immer dagewesen. Efeututen vertragen wenig Licht, reinigen die Luft und müssen nur einmal pro Woche gegossen werden. In der Küche fühlen sie sich besonders wohl, da sie die beim Kochen entstehende Luftfeuchtigkeit mögen.

Bogenhanf

Der Bogenhanf ist die ruhigste Pflanze auf dieser Liste. Er wächst aufrecht und strukturiert, seine Blätter wachsen wie breite Klingen nach oben. Er stellt kaum Ansprüche – er benötigt nur wenig Licht, Wasser und Aufmerksamkeit – und sieht trotzdem aus wie eine kleine Skulptur. In der Küche kann er in Ecken platziert werden, die für andere Pflanzen zu dunkel wären, beispielsweise neben dem Kühlschrank, auf dem Boden neben einem Schrank oder auf einer Arbeitsplatte ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Aloe Vera

Aloe Vera bringt Struktur und Textur in eine Küche, die sonst von weicheren Formen dominiert wird. Ihre dicken, fleischigen Blätter bilden einen reizvollen Kontrast zu den zarten Ranken der Efeutute oder den feinen Nadeln des Rosmarins. Sie benötigt viel Sonne und wenig Wasser, ein sonniger Fensterplatz reicht aus. Im Notfall hast du außerdem eine natürliche Salbe bei kleinen Verbrennungen griffbereit.

Kaffeepflanze

Meine persönliche Favoritin für die Küche ist die Kaffeepflanze. Sie hat etwas, das die meisten Zimmerpflanzen nicht haben: tiefgrüne, glänzende Blätter, die das Licht reflektieren und den Raum dadurch lebendiger wirken lassen. Sie mag es feucht und warm, weshalb sie sich perfekt für Küchen mit Dampf vom Kochen eignet. Stelle die Pflanze an einen hellen, aber nicht sonnigen Standort und halte die Erde gleichmäßig feucht.

Grünlilie

Die Grünlilie ist eine der pflegeleichtesten Küchenpflanzen und gleichzeitig ein äußerst wirksamer Luftreiniger. Sie wächst schnell, bildet elegante Ableger, die über den Topfrand hängen, und verzeiht nahezu jedes Versehen. In der Küche macht sie sich am besten als Hängepflanze, beispielsweise in einem Makramee-Topf von der Decke oder von einem Regal herabhängend, wobei ihre Ableger wie kleine Kaskaden wirken. Wer sich für Pflanzen als Raumtrenner in offenen Küchen interessiert, findet hier weitere Ideen.

 

Wo Küchenpflanzen ihren Platz finden

Die richtige Pflanze am falschen Ort funktioniert nicht. Umgekehrt kann ein einzelner Topf am richtigen Platz die gesamte Küche verwandeln. Hier sind die vier Orte in der Küche, an denen sich Pflanzen besonders gut machen:

Die Fensterbank

Der offensichtlichste Platz ist auch der beste für Kräuter und Aloe Vera. Wenn du eine breite Fensterbank hast, nutze sie für eine kleine Reihe von Tontöpfen in ähnlichen Farben, zum Beispiel Terrakotta, helle Keramik oder unglasierter Ton. Die Einheitlichkeit der Töpfe sorgt für Ruhe, während die Pflanzen für Vielfalt sorgen.

Offene Regale

Pflanzen zwischen Geschirr und Gläsern sind das i-Tüpfelchen, das aus einer funktionalen Küche einen lebendigen Raum macht. Eine Efeutute oder eine kleine Grünlilie auf dem Regal zwischen Tassen und Gewürzgläsern bringt eine organische Note in den Raum. In meinem Beitrag über offene Regale in der Küche findest du Styling-Ideen, bei denen Pflanzen als fester Bestandteil eingeplant sind.

Hängend

Makramee-Ampeln und Hängetöpfe sind die eleganteste Lösung für kleine Küchen mit wenig Abstellfläche. Eine Efeutute oder Grünlilie, die von der Decke oder einem Haken am Oberschrank hängt, nutzt den vertikalen Raum, der in Küchen meist ungenutzt bleibt, und nimmt gleichzeitig keinen Platz weg. Wähle eine Höhe, in der du die Pflanze noch gießen kannst, ohne eine Leiter zu benötigen.

Auf dem Boden

Ein großer Bogenhanf in einem schlichten Tontopf, der beispielsweise neben dem Kühlschrank oder in einer leeren Ecke steht, bringt Höhe und Präsenz in den Raum. Bodenpflanzen sind eine gute Wahl für Küchen mit ausreichend Platz, da sie den Raum aufwerten, der sonst von Arbeitsflächen dominiert wird.

 

Was Küchenpflanzen brauchen – und was nicht

Basilikumtopf neben Schneidebrett und Tomaten – Küchenkräuter als Teil des Kochrituals - mit KI visualisiert.
Basilikumtopf neben Schneidebrett und Tomaten – Küchenkräuter als Teil des Kochrituals – mit KI visualisiert.

Die meisten Küchenpflanzen scheitern nicht an mangelnder, sondern an falscher Pflege. Es gibt drei Grundregeln, die fast alles abdecken:

Gieße nach Pflanze, nicht nach Plan. Kräuter und Kaffeepflanzen benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit. Bogenhanf, Aloe Vera und Sukkulenten hingegen sollten zwischen den Wassergaben austrocknen. Die Efeutute liegt dazwischen – einmal pro Woche reicht meistens. Fühle vor dem Gießen die Erde: Ist sie noch feucht genug, wartest du.

Blätter abwischen. In der Küche lagern sich mehr Fett und Dampf auf den Blättern ab als in jedem anderen Raum. Ein feuchtes Tuch alle zwei Wochen hält die Blätter sauber, sodass sie atmen und Licht aufnehmen können. Das ist die einzige Pflege, die Küchenpflanzen wirklich brauchen und die oft vergessen wird.

Halte Abstand zum Herd. Direkt neben der Kochstelle wird es für jede Pflanze zu heiß und zu fettig. Ein Abstand von einem halben Meter reicht, aber stelle keine Pflanze dorthin, wo sie regelmäßig von Dampf und Spritzern getroffen wird.

 

Küchenpflanzen: Wo Natur und Ritual sich treffen

Die Küche ist der Raum, in dem das Konzept von „Retreat Living” am greifbarsten wird, denn hier kommen Handlung und Sinne zusammen. Du schneidest, du riechst, du schmeckst. Pflanzen intensivieren diese Erfahrung, da sie eine zusätzliche Sinnesschicht in einen ohnehin schon geruchs- und texturreichen Raum bringen.

Wenn du dein Pflanzenkonzept über die Küche hinausdenken möchtest, findest du im Beitrag über Pflanzen und Urban Jungle einen Ansatz für alle Räume. Die Küche ist aber ein guter Anfang, weil jede Pflanze hier sofort spürbar ist.

 

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